Biografie

Groovepack – Das Portrait einer Liveband

Die Baselbieter Band hat den Blues im Blut, den Soul in den Fingern, den Funk im Herzen. Das Portrait einer Live-Band.

Groovepack entstand als Improvisation. Von der Idee bis zur ersten Aufnahme vergingen sieben Tage. Angefangen hat es mit dem Satz: „Jungs, wir haben ein Problem.“ Februar 2001: Steff Müller erhielt eine lukraktive Anfrage für einen Privatauftritt. Steff & Friends, war damals bereits seit vier Jahren Geschichte. Längst drängte es den Musikverrückten zur Gründung einer neuen Band. „Aber es sollte nicht irgendein Amateur-Trupp werden: Ich wollte die besten Musiker aus der Region“, erinnert sich der Sänger und Gitarrist.

Nacht-und-Nebel-Aktion
Es stellte sich also nicht die Frage, wenn er anriefe, sondern ob die Zeit reichte. Der Veranstalter hatte nämlich eine Demo-CD bestellt. Sieben Tage blieben dafür. Doch einen Tag nach Steffs Rundtelefon traf sich der frisch zusammengewürfelte Haufen in Sissach. Mit einem mobilen Studio nahmen die Musiker eine Handvoll Songs auf, mischten sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ab und überbrachten das fertige Werk. Einen Tag später hatte der Bandgründer die Zusage im Sack – und Groovepack war gegründet. Allein der Name beschreibt die Band aus Präziseste. Groovepack bedeutet so viel wie eine Gruppe von Groovenden, oder eben: eine Packung Groove. Dieser Groove ist es denn auch, den Steff als das kleinste gemeinsame Vielfache, als den Kitt versteht, der die fünfköpfige Gruppe zusammenhält. „Das Grundgerüst, der Knochen quasi, steht – in jedem Song.“ Alles Weitere sei Improvisation, „das Fleisch am Knochen, das ist der Groove.“

Freiheit auf der Bühne
Und den lebt die Band mit jedem Akkord, jedem Lick. Die Bühne ist denn auch das Zuhause der Band. „Was wir hier machen, könnte ich mit keinen andern Musikern. Unmöglich“, betont Steff. „Wir haben eine riesige musikalische Freiheit.“
Und die spornt nicht nur die Musiker an; sie ist auch für das Publikum Grund, sich an jedem Konzert neu in Groovepack zu vernarren: „Wir sind wie fünf kleine Hündchen, die etwas Neues ausprobieren“, sagt Steff, der Bandleader, der sich selber aber niemals als Boss der Gruppe bezeichnen würde.
Einen Plattenvertrag haben Groovepack nicht. In einem Korsett aus Diktaten und Anordnungen litte ihre Spielfreude, ihr Groove. Das sieht auch Steff so. Wenn allerdings doch irgendwann eine grosse Plattenfirma anklopfen sollte, sagt Steff Müller, müsste er wohl mit seinen Bandkollegen – Keyboarder Hene Wirz, Saxofonist Beat Riggenbach, Schlagzeuger Stephan Felber und Bassist Daniel Oswald – zusammensitzen. Und improvisieren.

Lucas Huber, Journalist